Schweinehochhaus

In Maasdorf bei Halle (Sachsen-Anhalt) steht Europas einziges „Schweinehochhaus“. In dem ehemaligen Prestigeobjekt des DDR-Regimes werden bis heute Schweine unter industriellen Bedingungen auf sechs Etagen gehalten. Das Deutsche Tierschutzbüro hat jetzt Anzeige gegen den Betreiber des Schweinehochhauses erstattet. Auf Video- und Fotoaufnahmen, die der Verein gefertigt hat, ist zu sehen, wie die gezüchteten Ferkel mit Schlägen und Tritten in einen Tiertransporter getrieben werden. Ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Von außen wirkt das Schweinehochhaus in Maasdorf (Sachsen-Anhalt) wie eine von vielen Bausünden aus DDR-Zeiten, wäre da nicht ein Schild mit der Aufschrift „HIER INVESTIERT EUROPA IN DIE LÄNDLICHEN GEBIETE“. Und tatsächlich ist das Prestigeobjekt des DDR-Regimes, das 1969 mit Unterstützung der Sowjetunion gebaut wurde, noch in Betrieb; mit Förderung des Landes Sachsen-Anhalt und der Europäischen Kommission.

Auf 6 Etagen werden rund 500 Hybrid-Sauen für die Vermehrungszucht gehalten, zehntausende von Ferkeln werden so geboren. Die Tiere werden zwischen den Etagen mit einem Fahrstuhl hin und her transportiert. Die unter industriellen Bedingungen produzierten Ferkel werden an Züchter und Mäster in ganz Deutschland verkauft. Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüros e.V. haben jetzt den Abtransport von etwa 600 Jungtieren dokumentiert und Anzeige erstattet.

(Quelle Deutsches Tierschutzbürowww.tierschutzbuero.de)

Bambi und der Mähdrescher

Rehkitze sind einfach zauberhaft. So zart und sanft, so niedlich staksig und so verletzlich …

Noch heute rangiert Walt Disneys „Bambi“ aus dem Jahr 1942 unter den weltweit erfolgreichsten Filmen. Millionen von Menschen haben die Geschichte und vor allem den unvergesslichen Charakter des kleinen Weißwedelhirschs ins Herz geschlossen. Doch Kinoliebe und Wirklichkeit sind zwei verschiedene Welten. Sicher haben Sie schon einmal gehört und gelesen, dass Rehkitze von Mähdreschern schwer verletzt oder getötet werden. Doch die Zahl ist unvorstellbar: 100.000 Rehkitze lassen alleine in Deutschland unter den Mähmaschinen ihr Leben. 

Natürlich lässt das Schicksal der Rehkitze, die sich, nach der Geburt von den Müttern im hohen  Gras abgelegt, nicht wegbewegen, wenn der Mähdrescher kommt, niemanden kalt. Denn hier stoßen eine landwirtschaftliche Notwendigkeit und das natürliche Verhalten der Rehe zusammen: Unglücklicherweise überschneiden sich die Termine des Heuens (Mai / Juni) und die Zeit, in der die Ricken die Kitze zur Welt bringen (Mai / Juni).  

Das gute Heu

Nun ist es nicht so, dass man nicht einfach zu einem späteren Zeitpunkt mähen kann: Die erste Mahd im Jahr, die zu Heu getrocknet wird, ist der wertvollste Wiesenschnitt und unentbehrliches Futter für Kühe oder Pferde. Je nachdem, wann gemäht wird, hat das Heu unterschiedliche Qualität: Je später der Schnitt, umso höher der Rohfasergehalt. Wurde das Gras nach der Blüte gemäht, liegt dieser bei ca. 33%. Zum Vergleich beträgt der Rohfasergehalt vor der Blüte nur 22%. Das Rohprotein dagegen sinkt um die Hälfte, im Zeitraum vor und nach der Blütezeit gemessen. Die zweite Mahd, auch Grummet  genannt, ist insgesamt weniger wertvoll. 

Kitze im Gras

Das natürliche Verhalten der Rehe nach der Geburt (Setzen in der Waidmannssprache) ist, dass die Mütter die Kitze reinigen und säugen, dann aber schon nach kurzer Zeit alleine lassen, um natürliche Feinde wie Füchse nicht auf die Kitze aufmerksam zu machen. Die Kitze suchen sich ihre Liegeplätze im hohen Gras selbst und warten dort auf das Erscheinen der Mütter. Bei Gefahr laufen sie nicht davon, sondern drücken sich noch fester an den Boden, sodass sie für den Bauern auf dem Mähdrescher unsichtbar sind. 

Kitzrettung

Früher, als Gras nicht mit Sensen von Hand gemäht wurde, hatten die Kitze Zeit und Gelegenheit, sich immer weiter zurückzuziehen und den Sensen auszuweichen. Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Kitze in Sicherheit zu bringen. Viel verspricht sich man sich von Möglichkeiten des Okotokopters, eines kleinen Flugroboters.

Doch auch das Abgehen der Wiesen wird in manchen Gemeinden praktiziert. Hier ist es wichtig, dies nur unter kundiger Anleitung zu tun, um den Kitzen und den Wiesen nicht zu schaden.

WICHTIG: Fassen Sie Kitze möglichst nicht mit der bloßen Hand an. Es ist gut möglich, dass die Mutter das nach Mensch riechende Jungtier nicht mehr weiter versorgt.

Weiterlesen unter www.rehkitzhilfe.de oder http://www.jagd-bayern.de

Wer aktiv mithelfen will, kann sich in der Region erkundigen z.B. im Untertaunus…